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Brave Art: Halbe Fahrt voraus

Heute fand ich es schwierig, wertvolle Ziele festzulegen. Ich habe den Fehler gemacht, zu unambitioniert zu sein. An meiner Wand hängt folgende Liste:

Definiere das Spielerlebnis.
Definiere die Spielmechanik.
Schreib die erste Zeile source code.
Blogge.

Ja, solche Ziele erreiche ich (und wahrscheinlich jeder) leichter, habe ich soeben erreicht. Aber sie sind kein Anreiz. So, als würde man einen Test schreiben und danach die Maßstäbe runterschrauben, um mit seinem Ergebnis zufrieden zu sein. Aber damit erreicht man keine Zufriedenheit, oder? Und daran wächst man nicht.

Morgen schreibe ich euch, nach welchen Sternen ich zu greifen lerne! :D Derweil könnt ihr sehen, was „das Spiel“ schon kann.

Erster Eindruck vom Spiel als Hommage an Akte X

Und nein, das Spiel wird auf Deutsch spielbar sein. ;)

Rixter heißt im bürgerlichen Leben Rico und beschäftigt sich seit Jahren bereits mit der Entwicklung von Spielen, die von gängigen Standards abweichen. Er war bereits während der Sommerwochen Gastautor auf Astkiefer.

Heute beginne ich mit meiner ersten Fünf-Tage-Herausforderung: Am Freitag will ich ein fertiges Spiel vor mir haben, geschrieben in C++, einer mir neuen Programmier-Sprache, gleichzeitig eine Hommage an Akte X, die Serie, die meine Jugend geprägt hat. In den letzten drei Stunden – ich habe pro Tag nur vier zur Verfügung – habe ich mir eine Prämisse für das Spiel aus dem Hirn gepresst. Es wird ein Text-Adventure, falls ihr euch das gerade fragt. ;)

Was funktioniert nicht?
Ich habe Hemmungen, alle meine Gedanken aufzuschreiben – anscheinend kann ich freier sprechen als schreiben. Im Grunde wollte ich drei verschiedene Ideen generieren und mich für die beste entscheiden, nun hangle ich mich an einer Prämisse entlang: Special Agent Fox Mulder gelangt an einen Tatort und muss um seiner selbst willen das Rätsel um tödliche, blaue Kristalle lösen – ihr werdet es sehen, sogar spielen können!

Was funktioniert?
Ich habe keine Angst. Erst als ich unter Zeitdruck das hier schreibe, werden mir meine Grenzen bewusst, und dass vier Stunden je Tag ein wirkungsvolles Limit sind. Außerdem sind die Rückseiten ausgedienter Wand-Kalender super zum Brainstormen.

In der letzten Stunde meines Tagespensums heute genieße ich nun eine Folge Akte X – irgendwo hier steht die DVD-Box zur ersten Staffel und es geht mir ja gerade darum zu zeigen, dass neue Herausforderungen neben Furcht auch Spaß machen!

Rixter heißt im bürgerlichen Leben Rico und beschäftigt sich seit Jahren bereits mit der Entwicklung von Spielen, die von gängigen Standards abweichen. Er war bereits während der Sommerwochen Gastautor auf Astkiefer.

Es sieht so aus, als wolle ich meine Verrücktheit dem gesamten Personal meiner Hochschule demonstrieren. Jedenfalls sitze ich wieder vor einem Professor – den ich sogar kenne, vielleicht ist das für seine Meinung von Vorteil. Dabei fehlt mir kein Honig um meinem Mund, am liebsten hätte ich noch ein niederschmetterndes, aber ehrliches, Urteil.

Und dann das: „Ich würde Sie einladen.“ Das ist das erste, was er sagt, nachdem er eine gefühlte Ewigkeit über meiner einen A4-Seite voll idealistischem Text gebrütet hat. Grinsen konnte ich schon immer gut, wenn sich eine Gelegenheit wie diese bietet.

Etwas fällt mir in diesem Büro in der sechsten Etage meiner Hochschule auf: Sobald ich den Leuten erzähle, dass ich die Ängste, die wir alle teilen, gleichsam ausbrennen möchte, bekomme ich ihre Geschichten zu hören. Ja, das ist es, wofür ich gekommen bin. Aber dass ich so freizügig im Lebensbuch meiner Gegenüber blättern darf, erstaunt mich dennoch. Wie eine gute Freundin von mir, die auf dem Weg zur Ärztin ist und sich nun die interessantesten Geheimnisse ihrer Bekannten anhören darf. :D

Man muss sich manchmal strecken, schreibe ich auf den Zettel, der vor mir liegt. Sonst bleibt man irgendwann einfach geduckt.

Metawissen: Was ich hier wie Handschläge verteile ist mein Vorschlag für einen Vortrag. Während der Konferenz Quo Vadis, Deutschlands Event für Spiele-Entwickler, möchte ich zeigen, wie Mut durch Spiele machbar ist.

Rixter heißt im bürgerlichen Leben Rico und beschäftigt sich seit Jahren bereits mit der Entwicklung von Spielen, die von gängigen Standards abweichen. Er war bereits während der Sommerwochen Gastautor auf Astkiefer.

Ich sitze in der Mensa, bin satt, eigentlich sollte es mir gut gehen. Tut es aber nicht. Ich schwitze noch nicht, aber im Licht der Wintersonne sehe ich meine Handflächen schon glitzern. Mein Herz rast noch nicht, aber es schlägt schon fester. Ich werfe noch einen Blick auf den Professor, den ich ansprechen möchte und frage mich: Wenn du jetzt schon kneifst, was soll dann überhaupt noch aus deinem Mut-Experiment werden? Einen Augenblick später stehe ich auf. Das bemerke ich mehr als dass ich es veranlasse. Und mein Verstand verpasst seinen Ausweg, denn auch zum Einfach-Weggehen hätte ich ja aufstehen können. Aber nun lege ich los.

Als ich ihn anspreche, sieht der Mann auf, der in seinem Alter mein Vater sein könnte. Meine Stimme klingt etwas sicherer als ich erwartet hatte, aber davon lasse ich mich nicht ablenken. Und dann frage ich ihn, ob er einen Moment Zeit habe, ich würde gern seine Meinung zu einem Spiel von mir hören, mit einer Hand ziehe ich bereits einen Stuhl an seinem Tisch zu mir.

“Jetzt lieber nicht.” Manchmal bringen drei Worte das eigene Herz zum Beben. Aber meinst scheint einfach kurz weggegangen zu sein. Es ist raus. Er will nicht. Ich bin gescheitert. Aber ich fühle mich nur leer, nicht schlecht. Vielleicht hat mein Kopf schon begriffen, dass es nur darum ging, mir etwas zu beweisen.

Und siehe da, ich darf dennoch meine Idee vortragen, zumindest tue ich es einfach. Könne er nicht einschätzen, müsse er selbst probieren, klänge aber spannend und Neues sollte man immer probieren. Ab da suche ich einen Ausweg aus unserem Gespräch, ich will ihn nicht länger von seinem Essen abhalten und mich wahrscheinlich auch nicht länger von meiner kompletten Selbstkontrolle. Und er redet dennoch weiter, in knappen, bedächtigen Sätzen, die zwar auf sich warten lassen, aber immerhin. Ich merke: Wieder eine Situation, in der ich meine Klappe am besten halte. Nicht grundsätzlich, sonst wäre ich nie soweit gekommen, aber wenn ich etwas hören will, werde ich das von nun an auch tun: Hören.

Einen Wimpernschlag dieser Welt später laufe ich zur Bibliothek, um das hier zu tippen. Ich bin nicht mehr einfach leer, ich fühle mich leicht. Ich habe es getan. Und lebe. Es scheint zu stimmen, das was ich vor kurzem in einem Vortrag hörte: They can’t eat you. Mögen die Spiele beginnen!

Metawissen: Ich entwerfe Spiele. Solche, die Mut machen sollen. Deswegen lerne ich jetzt, meiner Angst ihren gierigen Arm auf dem Rücken zu verdrehen, und ihr sitzt in der ersten Reihe. ;)

Rixter heißt im bürgerlichen Leben Rico und beschäftigt sich seit Jahren bereits mit der Entwicklung von Spielen, die von gängigen Standards abweichen. Er war bereits während der Sommerwochen Gastautor auf Astkiefer.

Gekaufte Fröhlichkeit

Das klingt: Let’s Buy Happiness mit ihrem eingängigen Song Dirty Lakes.
Indie at its best…!

(vor 2 Minuten auf detektor.fm gehört)

Sie haben LEGO!

Unfassbar, großartiger Film!
Mit einem Mix aus Comic, 3D-Animation und Schlumpf-Stop-Motion vermögen es Daniel Brunet & Nicolas Douste, mit Modellautos die vermutlich beste Verfolgungsjagd der letzten 20 Jahre Kino-Geschichte zu drehen und jeden Mann sich nach seiner Spielzeugkiste sehen zu lassen.

(direkt vom Autoteppich des KFMW)

Herrlich sympathisches Medley das beweist, dass die größten Refrains eigentlich ganz ohne Inhalt auskommen ;)

Inszeniert und eingespielt von Jane Lui, Michael T. und Jonathan Batiste.

(via fg)

Dialoge und Einbahnstraßen

Vermutlich hat das jeder schon mal erleben dürfen: Dikussionen die eigentlich keine waren, weil das Gegenüber auf seinen Thesen hockte, als wären sie die ewige Wahrheit und kein Deut abweichen wollte.
Fundamentalismus ist wohl so alt wie die Menschheit und das einzige was einem vor solcher Zeitverschwendung bewahrt, sind wohl feine Antennen, ab wann das Gespräch abzudriften droht. Eine kleine Hilfe bietet diese Übersicht:

(via holgi)

Duett in der Badewanne

So wahr, so wahr…
Mit ihrem hypnotischen Badewannen-Lomo-Hipster-Track scheinen Princess Chelsea das Beziehungs-Konfliktthema halb Neuseelands (und vermutlich auch Deutschlands) anzusprechen. It’s just a cigarette…

Ein Fahrradleben

Genialer Film des kanadischen Fahrradfans Guillaume Blanchet, der sich bei seinem Vater bedanken möchte. Für die weitergegebene Liebe – zum Fahrrad. Ein Leben auf zwei Rädern, großartig in Szene gesetzt…

(VIA WHDUDAT)

Das Krümelmonster widmet sich mit Freude den Gesetzen der Physik. Wenn es nicht gerade singt oder die Gegend verkrümelt

(gefunden bei morgreens, aber eigentlich von ihm)

Zynismus eines Schulfotografen

… oder auch “Wie das Lächeln gewann”. Von Nick Scott und Michael Berliner.

(Thx !)

Provozierendes Plakatieren

Danzig ist um einen sehr belebenden Street Art-Künstler zu beneiden:
Peter Fuss provoziert die Einwohner mit Plakaten, die den Betrachter aus seinem grauen Alltag reißen und ziemlich zum Nachdenken anregen. Besonders im z.T. stark katholisch geprägten Polen sicher nicht ohne Ressonanz.



(MC Winkel hats gesehen)

Degen, Stein, Papier

Sehr gelungene Aktion der französischen Kollegen zum Thema “Öffenlichkeitsarbeit für Randsportarten, wie Fechten”. Oder so ähnlich…

Äpfel klauen

Gegen Winterdepression und Prüfungszeiten: Ein von mir sehr geschätzter Ohrwurm der Niederländer Alamo Race mit dem Song Apples.

Picture under (cc) by capl@washjeff.edu

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